1 Jahr Das Grillmanifest + „Geburtstagskuchen“ Piri-Piri Bacon Pie

Hui nun ist es schon ein Jahr her, dass ich den ersten Beitrag im Grillmanifest verรถffentlicht habe. Bis zum heutigen Tag sind es bereits inklusive dem hier 58 Beitrรคge geworden. Ich mรถchte diese Gelegenheit nutzen, euch etwas รผber die Anfรคnge des Grillmanifests und die Umstรคnde seiner Entstehung erzรคhlen. Und als Zuckerl gibt’s noch das Rezept zu einem etwas extravaganten Geburtstagskuchen. Einem Piri-Piri Bacon Pie im Tex-Mex-Stil.


Ich finde, nun ist es an der Zeit, euch die kurze aber irgendwie spontane Geschichte der Entstehung des Grillmanifests zu erzรคhlen. Wie auf der รœber mich Seite zu lesen steht, grille ich zwar schon lange, so richtig habe ich mich aber erst in meinen spรคteren Mittzwanzigern mit der Thematik auseinander gesetzt. Doch was machte nun aus dem begeisterten Griller einen Blogger? Der Reihe nach:

Die Geschichte des Grillmanifests: Wie alles begann…

Da ich mit der Grillerei nun nicht gerade hinter’m Berg hielt, wurde ich zunehmend von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen um Hilfe ersucht. Darunter waren Fragen wie:

  • „Wie geht indirektes Grillen?“
  • „Kann ich auf einen neuen Grill einfach so Fleisch draufschmeiรŸen, oder muss ich davor irgendwas machen?“
  • „Wie mache ich denn am besten ein Steak?“
  • „Wie kann ich denn auf meinem Grill smoken?“
  • „Was fรผr Zubehรถr brauche ich zum Anfangen?“
  • „Was fรผr einen Grillrost soll mein Grill haben?“
  • „Hilfe! Mein Grillrost rostet! Was nun?“

… und der Gleichen mehr. Meist war aber zur Erklรคrung kein Grill verfรผgbar und so musste diese sehr wortreich erfolgen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob immer alles hรคngen geblieben ist. Irgendwie anstrengend fรผr beide Seiten.

Das Grillmanifest als Buch?

Anfang Mรคrz 2018 gebahr mein Geist dann eine Idee. Ich kรถnnte eine Art Buch schreiben, in der alles drinsteht, was ein Griller wissen muss. Frei zu schreiben lag mir ja schon immer, den Deutschlehrern der ersten Klassenstufen im Gymnasium gelang es jedoch, dies nicht zu bemerken. Also kramte ich die alte LaTeX-Vorlage meiner Masterarbeit heraus und begann zu schreiben. Da es als technisches Nachschlagewerk fรผr Griller gedacht war, bekam es den pompรถsen Namen „das Grillmanifest“. Die folgenden Bilder zeigen Auszรผge aus diesem Dokument. Am nรคchsten Tag zeigte ich es einem Arbeitskollegen und dieser entgegnete: „Coole Idee, aber du kรถnntest das Ganze auch als Blog machen, dann kann’s jeder lesen.“ Mein sonst so eloquenter Geist hatte darauf nur eines zu entgegnen: „Hm…?“. Zu Hause angekommen, informierte ich mich darรผber, wie ich denn so ein Blog umsetzen kรถnnte und bin auf eine kostenfreie Mรถglichkeit gestoรŸen. Da lachte das Schwabenherz und so meldete ich mich gleich an.

Das Grillmanifest V1.0: https://grillmanifest.wordpress.com

Aus purer Trรคgheit nannte ich den neu entstandenen Blog auch „Das Grillmanifest“, er firmierte damals noch unter der URL https://grillmanifest.wordpress.com und war mit allerhand Werbeeinblendungen zwischen den einzelnen Beitrรคgen versehen, beides der Preis des kostenlosen Hostings (kleiner Wortwitz).

Und so wurde am 21. Mรคrz 2018 um 9:21 Uhr mit groรŸem Getรถse (zumindest fรผhlte es sich fรผr mich so an) der erste Beitrag im Grillmanifest รผber direktes und indirektes Grillen verรถffentlicht. Eine interessante Tatsache hierzu: dieser allererste Grillmanifest-Beitrag ist der Beitrag, den ich bislang am hรคufigsten verlinkt habe.

Anfangs wusste ich auch noch nicht so richtig, was ich da mache und es war alles noch sehr neu. Und รผberhaupt war ich mir auch nicht sicher, ob denn irgendjemand lesen mรถchte, was ich hier fabriziere. Unbeirrt davon tauschte ich meine alte Olympus-Spiegelreflex gegen eine aktuelle Canon-Spiegelreflex aus und setzte mich in diesem Zuge damit auseinander, wie man Essen treffend fotografieren kann. Ich glaube der Unterschied (im Bild am Beispiel von heiรŸgerรคuchertem Lachs und Speckbohnen demonstriert) spricht fรผr sich. Ein Klick auf die Bilder vergrรถรŸert diese. Das alles macht sicherlich keinen Fotografen aus mir. Am Rechner fallen mir dann schon Fehler in den Bildern auf, euch bestimmt noch mehr, aber im GroรŸen und Ganzen bin ich zufrieden.

Das Grillmanifest als vollwertige Website: https://grillmanifest.com

Als am 7. Juli schon stattliche 27 Beitrรคge verรถffentlicht waren, traf ich die Entscheidung, etwas Geld in die Hand zu nehmen um dem Grillmanifest eine ordentliche „.com“ URL zu verpassen und in dem Zuge die doch stรถrende Werbung loszuwerden. Ab da ist der Blog unter https://grillmanifest.com zu finden.

Das Grillmanifest heute

Der vor genau einem Jahr mehr oder weniger unbedacht aus dem Boden gestampfte Grillblog erfreut sich gemessen an den stรคndig zunehmenden Zugriffszahlen stetig wachsender Beliebtheit. Und an dieser Stelle mรถchte euch Lesern, den Gelegentlichen und noch mehr den RegelmรครŸigen fรผr euer Interesse und eure positive Rรผckmeldung danken. Damit ihr es wisst: die Arbeit am Grillmanifest verschlingt einen nicht unerheblichen Teil meiner Freizeit und generiert keinerlei Einnahmen, alle Kosten dafรผr trage ich aus eigener Tasche. Der Vorteil fรผr euch: keine Werbung, keine Produktplatzierungen, und meine zu 100% unabhรคngige und ehrliche Meinung. Und zu wissen, dass ihr SpaรŸ an der Seite habt und das eine oder andere mitnehmen kรถnnt, freut mich und treibt mich gleichermaรŸen an, mit Bewรคhrtem wie auch mit neuen Ideen weiterzumachen. Danke an alle Leser!

Mein besonderer Dank gilt meiner Freundin, die jeden einzelnen Beitrag Korrektur liest und den Freunden und Kollegen, die mir immer wieder positives Feedback und neue Ideen mitgeben.

Nu aber Butter bei die Fische… oder Bacon… ihr wisst, was ich meine

Fรผr alle unter euch, die bereits auf den Geburtstagskuchen gespannt sind: Ein normaler Kuchen wรคre fรผr einen Grillblog vermutlich nicht das Richtige. Und da ich vor kurzem wieder Bacon selbst gemacht habe (der Beitrag kommt bald, vllt. aber auch erst im nรคchsten Winter), gibt es einen Geburtstagskuchen der besonderen Art: einen Piri-Piri Bacon Pie. HeiรŸt: Bacon, Hackfleisch, eine Fรผllung aus Bohnen, Mais, Kรคse und Piri-Piri-Chilis. Fรผr mich persรถnlich nah an der Nahrung gewordenen Perfektion.

Um Aufwand zu sparen, habe ich das Rezept so konzipiert, dass ihr nichts vorkochen mรผsst, sondern alle Zutaten kommen roh hinein und alles gart zusammen auf dem Grill.


Zutaten fรผr 4 Personen

  • 500 g Hackfleisch
  • 20 – 25 Stรผck (mรถglichst lange) Baconscheiben
  • ca. 250 g Kidneybohnen (eine Dose)
  • ca. 150 g Mais (kleine Dose)
  • ca. 200 g geriebenen Kรคse (z. B. Cheddar)
  • etwas BBQ-Rub

Benรถtigtes Zubehรถr

  • Gusspfanne, Brรคter oder Kuchenform

Setup

Der Bacon Pie wird indirekt bei 200 ยฐC gegrillt. Hierzu stelle ich ihn auf den Ablagerost des Gasgrills und drehe den linken und den rechten Brenner auf ein Drittel bis halb auf, je nach AuรŸentemperatur. Hier genรผgt mir der abgelesene Wert des Deckelthermometers. Auch ist die Temperatur hier nicht soo entscheidend, 180 ยฐC sind auch genauso in Ordnung wie 220 ยฐC.

Grillsetup-Schema fรผr indirektes Grillen bei 200 ยฐC

Zubereitung

Startet zunรคchst den Grill und regelt ihn wie im Setup beschrieben ein.

Gebt das Hackfleisch dann in eine Schรผssel, wรผrzt es mit 2 – 3 EL des BBQ-Rubs und knetet alles durch, damit sich das Gewรผrz gleichmรครŸig verteilt. Ich benutze hier einen Handschuh, weil sonst viel Hackfleisch zwischen meinen Fingern klebt und das dann in den Abfluss zu waschen macht auch keinen Sinn.

AnschlieรŸend legt ihr den Brรคter bzw. die Pfanne wie im Bild gezeigt mit Baconstreifen aus und lasst die Enden รผber den Rand hinaushรคngen. Legt dann den Boden des Brรคters ca. 1 cm dรผnn mit Hackfleisch aus. AnschlieรŸend formt ihr einen ca. 1 cm dรผnnen Rand, sodass eine Hackfleischform entsteht.

Nun zur Fรผllung: Schneidet Zwiebeln und Paprika klein und gebt sie zusammen mit Bohnen, Mais, Kรคse und 2 – 3 EL BBQ-Rub in eine Schรผssel. Schneidet die Chilies klein, – Menge nach Belieben – gebt sie mit in die Schรผssel und rรผhrt alles durch. Fรผllt dann die Hackfleischform mit der Fรผllung. Klappt dann die Baconscheiben zur Mitte, sodass die Fรผllung vollstรคndig bedeckt ist. Sollte die Lรคnge der Baconscheiben dafรผr nicht ausreichen, verschlieรŸt den Bacon Pie mit weiteren Baconscheiben. Stellt dann den Brรคter auf den auf 200 ยฐC eingeregelten Grill. Wenn ihr wollt, kรถnnt ihr noch etwas rรคuchern (hier steht, wie ihr das auf dem Grill macht), habe ich mir hier geschenkt.

Die Garzeit des Bacon Pie ist je nach GrรถรŸe und Dicke 50 – 70 Minuten. Pinselt den Pie nach ca. 40 Minuten mit BBQ-Sauce ein. Wenn sich bis dahin sehr viel Fett im Brรคter gesammelt hat, sodass er fast schwimmt, gieรŸt etwas davon ab. Fรผr das Hackfleisch empfehle ich normalerweise eine Kerntemperatur von 70 ยฐC fรผr Rinderhack, bei gemischtem aus Rind und Schwein 75 ยฐC. Da hier das Hackfleisch unten und auรŸen ist, wird daraus leider nichts. Ich habe den Bacon Pie nach 55 Minuten vom Grill genommen, als die BBQ-Sauce schรถn gestockt war und die Fรผllung eine Temperatur von 70 ยฐC hatte.


Fazit

Happy Birthday, Grillmanifest! Und dieser Geburtstagskuchen hat es in sich. Bacon, Hackfleisch, eine saftige und feurig scharfe Fรผllung mit zerlaufenem Kรคse, was soll da schief gehen? Ich zumindest stehe total auf derart mรคchtige Gerichte.

Und mรคchtig ist es, der Bacon gibt einen schรถnen Geschmack an das Fleisch ab, die BBQ-Sauce bildet eine klebrig-aromatische Schicht darauf und die Fรผllung zergeht auf der Zunge, in meinen Augen perfekt gelungen. Nun, prinzipbedingt ist das Hackfleisch einen Tick zu durch, aber das verzeihe ich mir selbst, ich hoffe ihr auch.

Vielen Dank euch allen fรผr ein Jahr Grillmanifest, denn ohne euch, eure Anregungen und Unterstรผtzung wรผrde es den Blog bereits nicht mehr geben. Auf ein weiteres Jahr, ich habe noch ein paar Ideen in der Hinterhand, klickt also immer mal wieder rein.


Kommentar verfassen