Frühjahrsputz: Gasgrill grundreinigen

Der Frühling zeigt gerade, was er kann. Höchste Zeit also, dem Grillgerät an Fett und Verkrustungen zu gehen. Nicht beliebt, aber es muss gemacht werden und ich bin es vor kurzem angegangen. Meine Tipps, wie ihr an die Grundreinigung eures Gasgrills herangeht, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen.


Wintergrillen ist super, birgt jedoch einen Nachteil. Bei niedrigen Temperaturen ist das Fett, das im Grill zurückbleibt sehr zäh und lässt sich praktisch nicht entfernen. Die Temperaturen steigen wieder, das heißt ran an das Putzzeug!

Hier sollte man unterscheiden zwischen:

  • Pflege und Abwischen (nach jedem Grillen)
  • Unterhaltsreinigung (alle paar Wochen)
  • Grundreingigung (ca. 2 x pro Jahr)

Dieser Beitrag befasst sich nun ausschließlich mit der Grundreinigung. Bald wird auch ein Beitrag zum Thema „Pflege von Gasgrills“ erscheinen, sobald er fertig ist, verlinke ich ihn euch.

Wie oft sollte die Grundreinigung durchgeführt werden?

Das ist Geschmackssache, Fett und verkohlte Reste stellen kein Problem dar, zumal der Grill ja regelmäßig heißgemacht und freigebrannt wird. Die Reinigung hat also eher ästhetische Gründe. Ich selbst mache das zweimal pro Jahr. Einmal vor und einmal nach dem Winter.


Ein Hinweis vorweg

Ein Gasgrill ist insgesamt ein nur bedingt ästhetischer Gegenstand. Wenn der Grill neu ist, sieht er wunderbar aus, doch dieser Zustand hält nicht lange vor. Nach einigen Grillereien verfärbt sich das Aluminium und es bilden sich Ablagerungen für die Ewigkeit. Wird der Grill regelmäßig heiß gemacht und frei gebrannt, ist das aus hygienischer Sicht kein Problem. Aber wie schon gesagt: ein Gasgrill ist meist keine Augenweide und wird auch durch die Grundreinigung nie wieder so sauber wie beim Kauf.

Und noch etwas: sollte euer Grill spülmaschinenfeste Teile enthalten oder solltet ihr allgemein mit dem Gedanken spielen, Teile des Grills in der Spülmaschine zu reinigen. Ich habe es probiert, das Ergebnis: es ist genauso dreckig wie vorher, dafür rostet es im Anschluss. Also einfach sein lassen, es bringt überhaupt nichts.


Benötigtes Zubehör:

In der folgenden Aufstellung sowie dem Bild sind die verwendeten Utensilien (wenn auch nicht alle, Asche auf mein Haupt) aufgereiht.

  • Grillbürste
  • (Raclette-) Holzspachtel
  • Bürste
  • Waschwanne oder einen großen Eimer
  • Küchenkrepp
  • Fettlöser zum Sprühen
  • Glasreiniger zum Sprühen
  • evtl. eine große (Schwerlast-) Mülltüte
  • evtl. Seifenwasser
  • evtl. Scheuermilch
  • evtl. Edelstahlreiniger (falls ihr Edelstahlteile am Grill habt)

Aggressive Reinigungsmittel verwende ich keine, da diese nur die Umwelt belasten und der Grill meiner Erfahrung nach dadurch auch nicht sauberer wird.

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Schritt 1: Roste und Verdampferbleche reinigen

Falls nötig, brennt den Grill zunächst frei. Startet hierzu alle Brenner (natürlich außer Heck- und Seitenbrenner) und lasst den Grill aufheizen. Dann wartet ihr, bis er nicht mehr oder nur noch wenig raucht, bürstet die Grillroste mit der Grillbürste ab. Sollte die Patina der Grillroste nicht mehr 1A sein, könnt ihr sie nocheinmal in heißem Zustand mit Trennspray behandeln. Dann lasst ihr den Grill erstmal abkühlen.

Wenn euer Grillrost bereits optimal gepflegt ist, könnt ihr den vorangegangenen Schritt überspringen.

Rost_rausAnschließend entfernt ihr die Gasflasche aus dem Grill und nehmt die Grillroste sowie den Ablagerost heraus. Gusseisenroste sind meistens fettig, daher könnt ihr eine Mülltüte halb umstülpen und die Roste mit der Hand durch die Tüte greifen (siehe Bild). Somit bekommt ihr keine dreckigen Hände und die Grillroste liegen zudem nicht auf dem Boden, werden damit nicht dreckig und siffen den Boden nicht voll.

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Sind die Roste aus dem Grill entfernt, könnt ihr die Verdampferbleche mit der Grillbürste abbürsten und herausnehmen. Bitte legt die Verdampferbleche nicht in Wasser oder gebt irgendwelche Reinigungsmittel darauf, abbürsten und die ständigen hohen Temperaturen während des Grillens reichen völlig.


Schritt 2: Brennerkammer und Fettauffangschalen reinigen

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Der Einfachheit halber baue ich den Deckel ab, um ihn besser reinigen zu können.

Sind die Verdampferbleche aus dem Grill entfernt, seht ihr die Brenner. Unten in der Brennerkammer befinden sich bei mir immer trockene, verkohlte Brösel. Die unter der Brennerkammer befindliche Fettauffangwanne und zugehörige -schale fangen bei mir ebenfalls trockene Brösel. Nehmt die Schale und die Wanne heraus. Wenn flüssiges Fett darin ist, wischt beides mit Küchenpapier ab bzw. aus, wenn nur Brösel darin sind reicht es, sie abzubürsten. Dann stellt die Waschwanne in den Unterschrank, damit Brösel und Dreck aus der Brennerkammer hineinfallen können.IMG_0237

Danach schiebt ihr die Brösel mit dem Spachtel durch die Schlitze in die Waschwanne und schabt mit die Fettablagerungen an den Wänden ab. Wenn der lose Dreck entfernt ist, kratzt ihr mit dem Spachtel Ablagerungen und Verkrustungen so gut wie möglich ab und schiebt alles, was sich löst wiederum in die Waschwanne. Wenn das erledigt ist, nehmt wenn ihr wollt noch ein Küchentuch, macht es nass und wischt noch etwas den Staub heraus. Früher habe ich noch mit Seifenwasser und Schwamm geschrubbt. Mache ich heute nicht mehr, weil die Brennerkammer hierdurch keinen Deut sauberer wird und es immer eine riesen Sauerei im Unterschrank und um den Grill herum gab. Daher reinigt wie oben beschrieben trocken, ihr spart euch viel Arbeit und Ärger.

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Wenn ihr den losen Dreck und die groben Ablagerungen gelöst habt, ist die Brennerkammer fertig geputzt.


Schritt 3: Deckel reinigen

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Nun ist der Deckel dran. Mit dem Holzspachtel könnt ihr die Fettablagerungen am Deckel wunderbar abkratzen. Ich empfehle, den Deckel hierzu vom Grill abzunehmen, da man so gut an die Ecken und Kanten herankommt und sich den Grill nicht wieder dreckig macht. Legt bei der Reinigung eine Mülltüte unter den Deckel, so könnt ihr die Ablagerungen gleich in die Mülltüte schieben und der Boden wird nicht dreckig.


Schritt 4: Unterschrank und Seitenablagen reinigen

Wenn die grobe Arbeit getan ist könnt ihr den Rest des Grills noch mit Fettlöserspray und Scheibenreiniger sauber machen. Der Rest wäre:

  • Unterschrank innen und außen
  • Seitenablagen
  • Deckel und Brennerkammer außen
  • Bedienpaneel
  • Griffe

Ich verwende dafür Küchenpapier. Man braucht recht viel davon, was ziemlich viel Müll verursacht. Meines Erachtens aber besser, als sich Mikrofaserreinigungstücher für immer zu versauen.


Schritt 5: Grill wieder zusammenbauen

Zum Schluss baut ihr alles wieder zusammen, das heißt:

  • Fettauffwangwanne einschieben
  • Fettauffangschale einhängen
  • Verdampferbleche einlegen
  • Grillroste einlegen
  • Deckel wieder montieren
  • Ablagerost montieren

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Et voilà: Der Grill ist wieder sauber und bereit für den Sommer!

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